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Christine Abbt: Zuhören. Nachdenklich werden. Ein subversiver Akt
Zuhören. Nachdenklich werden. Ein subversiver Akt
(S. 77 – 94)

Christine Abbt

Zuhören. Nachdenklich werden. Ein subversiver Akt

PDF, 18 Seiten, 0.0 MB

  • Philosophie
  • Denken

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Christine Abbt

ist Professorin für Politische Philosophie an der Universität Graz. 2015 habilitierte sie sich mit einer Studie zum Verhältnis von Denken und Vergessen an der Universität Zürich. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen neben der Politischen Philosophie und Ethik auch Gedächtnistheorie und Literatur-Philosophie.
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  • Vorwort

    In: Christine Abbt (Hg.), Donata Schoeller (Hg.), Hartmut von Sass (Hg.), Nachdenklichkeit

Christine Abbt (Hg.), Donata Schoeller (Hg.), ...: Nachdenklichkeit

Es ist schon ein klassischer Reflex: Erst wenn etwas nicht mehr da ist, wird der Verlust deutlich. So fragt sich auch für die Nachdenklichkeit, was fehlt, wenn sie schwindet. Gerade in politisch-gesellschaftlicher Hinsicht wird dieses Problem greifbar.

 

Auffällig ist, wie sehr die lebensweltliche und intellektuelle Relevanz der Nachdenklichkeit in einem fast traditionellen Missverhältnis zum Nachdenken über die Nachdenklichkeit steht. Darauf reagiert dieser Band, indem folgenden Fragen nachgegangen wird: Zunächst ist der Status des Nachdenklichseins zu klären. Handelt es sich um eine Einstellung, Haltung, einen Wert oder eine Tugend? Hinzu kommen mögliche Abgrenzungen zu weiteren Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Empathie oder Sensibilität, gebunden an die Frage nach den Gründen und Quellen der Nachdenklichkeit im Kontrast zu ihrem Mangel oder Verlust. Dies führt zur Fragen, inwiefern lediglich das (Nach-)Denken angesprochen ist und nicht zugleich das Fühlen und Empfinden. Entsprechend sind auch Formen der Verkörperungen von Nachdenklichkeit zu bedenken.

 

So sehr nachdenklich zu sein, wünschenswert ist, bleibt dieser Wunsch an Kontexte gebunden. Auch die Grenzen, ja das gleichsam Unangemessene der Nachdenklichkeit muss schliesslich ebenso zum Thema werden: Kann nachdenklich sein, wer vollkommen gelöst und ganz in einer Situation aufgeht? Muss nicht das Zögern des Nachdenklichen end­lich der Entschiedenheit des Handelns weichen?