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diaphanes

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Nina Zschocke: Ambivalent aufgeklärt
Ambivalent aufgeklärt
(S. 223 – 264)

Nina Zschocke

Ambivalent aufgeklärt

PDF, 42 Seiten, 0.0 MB

Entgegen der gängigen Ansicht, dass offen gehaltene Betrachter-Konstellationen zu einer Anregung der Eigeninterpretation durch das betrachtende Subjekt führen, verfolgt Nina Zschocke in ihrem Text probehalber das Gegenteil: »… nämlich, dass sich der kontrollierte Einsatz von Mehrdeutigkeit und Paradox sehr wohl, ja hervorragend, zum Transport recht eindeutiger Mitteilungen eignet und dass gezielt angelegte Ambivalenz in der Kunst häufig genau in diesem Dienst steht.« Am Beispiel einzelner Arbeiten aus der Op-Art (u.a. Josef Albers, Bridget Riley) fokussiert die Autorin auf die Frage nach ›partizipativer‹, also selbstbestimmter Betrachtung, die innerhalb dieser wissenschaftlichen Experimenten ähnlichen Anordnung als Möglichkeit gleichsam vorausgesetzt werden soll, wie sie als Haltung gegenüber dem Werk eingefordert wird. Mit Rekurs auf diverse Wahrnehmungstheorien (u.a. die Gestalttheorie, Ästhetische Erfahrung nach John Dewey) werden die Voraussetzungen und Mechanismen der Betrachtung dieser mit optischer Verwirrung spielenden Kunst seziert, um davon ausgehend die grundlegende Bedeutung von Ambivalenz im Dienste der aufklärerischen Intention darzulegen.

  • Rezeption
  • Subjektivierung
  • Gegenwartskunst

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Deutsch

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Nina Zschocke

Nina Zschocke

ist Oberassistentin am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich und verantwortlich für die Koordination des Graduiertenkollegs ProDoc Art&Science. Nach ihrer Promotion an der Universität zu Köln war sie wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Moderne und zeitgenössische Kunst des Kunsthistorischen Instituts der Universität Zürich und forschte als Gastwissenschaftlerin am University College London sowie an der Italian Academy der Columbia University in New York. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit befasst sie sich mit der Kunst und Architektur der Gegenwart und mit der Beziehung der Kunstwissenschaft und der Künste zu den Naturwissenschaften.

Weitere Texte von Nina Zschocke bei DIAPHANES
Rachel Mader (Hg.): Radikal ambivalent

Wie ist das Verhältnis zwischen Kunst und Politik heute? Erzielt engagierte Kunstproduktion Wirkungen im öffentlichen, politischen Raum? Wie ist es um die Lesbarkeit von visuellen Botschaften in Kunst und Kultur bestellt? In jüngster Zeit treten zunehmend mehrdeutige und unentschiedene Codes und Zeichen an die Stelle einer klaren und deutlichen Bildsprache. Während die einen dafür die Komplexität der Inhalte und Vielfalt der Formen verantwortlich machen, interpretieren andere dies als politische Strategie der Verweigerung gegenüber einer Instrumentalisierung. Der Tenor der Kunstkritik ging in den letzten Jahren sogar so weit, die Uneindeutigkeit zum Qualitätsmerkmal gehaltvoller Kunst schlechthin zu erheben. Die in dieser Publikation versammelten Aufsätze hinterfragen das Phänomen »Ambivalenz« aus kritischer Perspektive und untersuchen seine Mechanismen und gesellschaftlichen Funktionen.